rotes Betonrelief, Junge mit gelber Jacke

Natur in Beton

Simone Henzler Allgemein, Kunst, Projekte in Deutschland

Blumen, Sonnen, Wolken, Bienen: Alles Motive in der Natur, an denen wir uns gerade jetzt im Frühling erfreuen. Bei den Schülerinnen und Schülern der Duisburger Johanniterschule mit Förderschwerpunkt Sehen begann die Vorfreude schon im Herbst. Als der Künstler Tom Koesel ihnen vorschlug Betontafeln selbst gießen und damit den Schulhof zu verschönern, sprachen sie sich sofort für Bilder aus der Tier- und Pflanzenwelt aus. Nun verschönert das Kunstwerk den blinden und sehbehinderten Jugendlichen die Pausen und regt sie weiter zu kreativem und künstlerischem Arbeiten an. Die vertieften Formen sind mit den Fingern ertastbar. Aufgrund der Größe können junge Menschen mit Sehrest die Motive erkennen. Die beteiligten Jugendlichen mit eingeschränkter Sehfähigkeit sind zurecht stolz auf das Ergebnis.

Stolz auf das Ergebnis

In mehreren eintägigen Workshops erstellten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Formen. Sie malten fleißig Bäume, Blumen oder Schmetterlinge. Dann wurden diese auf Styropor ausgeschnitten und in 50 x 50 cm große Kästen geklappt, so dass eine Negativform der Kunstwerke entstand. Einige waren von der Arbeit so begeistert, dass die Jugendlichen viel mehr Formen schnitten als sie verwenden konnten. Nachdem jede Schülerin, jeder Schüler eine Negativformgebaut hatte, mischten sie unter Anleitung des Künstlers und des Lehrpersonals den Beton an und fügten rote Spezialpigmente hinzu. Nach einer gefühlt viel zu langen Zeit des Trocknens lösten die Jungen und Mädchen konzentriert und etwas aufgeregt die Negativformen vom Beton ab und waren von ihren Kreationen überrascht und begeistert. Nun schmückt ein fünf Meter langes Relief den Schulhof.

Kunst als Erlebnis

Gemeinsame Kunst- und Kulturprojekte sind für blinde und sehbehinderte Jugendliche besondere Erlebnisse: Sie machen neue Erfahrungen in Bereichen, die ihnen sonst nicht leicht zugänglich sind. Viele arbeiteten auch bei dem Projekt „Natur in Beton“ zum ersten Mal mit Material wie Styropor oder Beton. Sie konnten kreativ werden, aber als Gruppe kreativ zusammen arbeiten und sich gegenseitig inspirieren.

Dieses Projekt wurde unterstützt von der BVO-Stiftung Offenbach.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Schule.