Blinde und sehbehinderte Kinder in Kilifi

Der Schlüssel zur Eigenständigkeit

Simone Henzler Bildung, Projekte der internationalen Zusammenarbeit

Seit fast zwanzig Jahren baut das DBHW Förderzentren für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in Kenia. So können diese zur Schule gehen und gleichberechtigt mit sehenden jungen Menschen lernen. Viele Menschen, wie beispielsweise Riziki, haben davon profitiert. Sie konnten studieren und arbeiten heute an Schulen oder in großen Firmen. Doch was passiert mit den Kindern, die keinen höheren Schulabschluss machen können oder wollen?

In der kenianischen Küstenstadt Kilifi gibt es nun auch für diese jungen Menschen einen Ausweg: Das DBHW und der Verein Ananse mit Sitz in Bielefeld errichten gemeinsam mit der kenianischen Partnerorganisation Salus Oculi Kenya (SOK) ein Berufsausbildungszentrums. Vor fast zwanzig Jahren haben das DBHW und SOK gemeinsam in dem Ort die ersten integrativen Bildungsprojekte in Schulen unterstützt. Zunächst in einer Grundschule, dann wurden in zwei weiterführenden Schulen  Förderzentren geschaffen. Hier lernen seitdem blinde und sehbehinderte Kinder Fähigkeiten wie Braille-Schrift oder den Umgang mit Hilfsmitteln, so dass sie gleichberechtigt mit sehenden Kindern in der Klasse lernen können. Ananse arbeitet ebenfalls seit Jahren mit SOK zusammen und unterstützt junge Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Im letzten Jahr stattete der Verein die Grundschule in Kilifi mit modifizierten Spielen und Spielgeräten aus.

Leben ohne Schulabschluss?

Bei Projektbesuchen in den letzten Jahren wurden das DBHW und Ananse immer wieder auf ein Problem angesprochen: Jedes Jahr verlassen Kinder die Grundschule ohne auf eine weiterführende Schule zu wechseln oder müssen deren Besuch abbrechen. Obwohl sie solide Grundkenntnisse besitzen und sechs Jahre zur Schule gegangen sind, fällt es ihnen dann schwer Arbeit zu finden. Der Wunsch: Ein Berufsausbildungszentrum, in dem diese Jugendlichen praktisch einen Beruf erlernen können.

Backhandwerk, Hühnerzucht, Perlenstickerei und Arbeiten am Computer: Vier praktische Berufe werden an dem Berufsausbildungszentrum unterrichtet. Alle Berufe sind in der Region gefragt oder die jungen Menschen können mit dem Abschluss ihr eigenes Geschäft aufbauen.

Der Schlüssel: Berufliche Ausbildung

Für Menschen mit Sehschädigung ist dies ein neuer wichtiger Schritt zu einem selbstbestimmten und unabhängigen Leben. Sie können arbeiten, Geld verdienen und sind so nicht von der Mildtätigkeit in ihrer Gesellschaft abhängig. Zusätzliche werden Eltern, Lehrende und Gemeindemitglieder für die Bedürfnisse und Fähigkeiten von blinden und sehbehinderten Menschen sensibilisiert.

Das Projekt leistet einen Beitrag für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Sehschädigung in der Region und stärkt ihre gesellschaftliche Stellung.

Seien Sie dabei und spenden Sie, damit blinde und sehbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene einen Beruf erlernen und selbstständig leben können.

SPENDEN SIE JETZT!
Nach intensiver Prüfung auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit kofinanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Projekt. Das BMZ übernimmt 75% der Kosten. Den Eigenanteil müssen DBHW und Ananse gemeinsam durch Spenden aufbringen. Das bedeutet für Sie auch: Jeder gespendete Euro wirkt vierfach!