Operationssaal Ruanda

Neue Wege zum Augenlicht

Simone Henzler Blindheitsverhütung, Projekte der internationalen Zusammenarbeit

Bei der Bekämpfung von Blindheit liegt in den Ländern des globalen Südens der Fokus auf der Operation des Grauen Stars. In vier von zehn Fällen ist der Graue Star, auch Katarakt genannt, die Ursache für eine Erblindung. Eine Operation, bei der die getrübte Linse ausgetauscht wird, führt in vielen Fällen zum Erfolg und gibt den Menschen ihr Augenlicht wieder. Deshalb unterstützen wir seit vielen Jahren die Einrichtung von Augenstationen und die Ausbildung von Kataraktchirurgen.

Der Graue Star ist die häufigste Ursache bei Erblindungen in afrikanischen Ländern

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten einen Katarakt zu operieren. Die in Deutschland gängige Methode – Phakoemulsifikation, kurz Phako – findet bislang in afrikanischen Ländern kaum Anwendung. Das liegt an den höheren Kosten pro Eingriff aufgrund des Verbrauchsmaterials, aber auch an den mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten. Viele Operateure fliegen für eine Ausbildung nach Indien: In Asien ist die Technik bereits weit verbreitet, aber die Ausbildung dort können sich nur Wenige leisten. Während also in vielen Ländern der Welt die getrübte Linse mit Ultraschall verflüssigt und entfernt wird, findet in der Region Subsahara-Afrika der Austausch manuell statt. Hier ist es vorteilhaft, wenn chirurgisches Fachpersonal die Wahl zwischen beiden Methoden hat. Bei alten und sehr harten Katarakten hat sich der manuelle Eingriff bewährt. In einigen Fällen, gerade bei Kindern, jungen Menschen und weniger fortgeschrittenen Fällen, erlaubt die Phako-Methode präziseres Arbeiten und kann zu besseren Ergebnissen führen.

Wahl der Operationsmethode im Sinne der Patientinnen und Patienten

Afrikanische Augenärztinnen und -ärzte möchten diese Methode erlernen und praktizieren. Mit dem „African Phaco Projekt“ unterstützt das Deutsche Blindenhilfswerk ihr Anliegen. Gemeinsam mit dem Rwanda Charity Eye Hospital nahe der Hauptstadt Kigali planen wir die Ausbildung von Fachpersonal in dieser Methode – in Ostafrika und nahe bei den Menschen. In dem Rwanda Charity Eye Hospital arbeitet ein erfahrener Chirurg, der nicht nur die Phako-Technik, sondern die komplette Bandbreite an operativen Kompetenzen beherrscht. Bei der alltäglichen Arbeit kommt meist Phako zum Einsatz. Die Entscheidung, welche Operationsmethode angewandt wird, richtet sich nach den Anforderungen der Behandlung und der Frage, welche zum besten Ergebnis führen wird.
Als ersten Schritt haben wir die Klinik bei der Anschaffung einer neuen Phako-Maschine unterstützt. Dieses neue Modell arbeitet mit sterilisierbarem Operationsmaterial, wodurch die Kosten pro Operation erheblich gesenkt werden können – und der Eingriff damit auch in Ländern mit niedrigem Einkommen attraktiv wird. Durch den Ausbau der Kapazitäten in Kigali soll dann eine Ausbildungsmöglichkeit in Ostafrika für die etwa zweijährige Ausbildung entstehen.

Wir danken besonders dem Team der Augenklinik Walsum, das Kauf und Transport der Phako-Maschine maßgeblich unterstützt hat.

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